Willkommen in Beutow

Die Geschichte von Beutow

Seit 1335...

Das Dorf befindet sich im hannoverschen Wendland. Die Endung des Namens Beutow deutet auf einen wendischen Ursprung hin. Schon im achten Jahrhundert n. Chr. drangen Wenden in den Drawehn ein und besiedelten es, nachdem die Langobarden zum größten Teil dieses Gebiet verlassen hatten.

Beutow wird erstmals am 06. Juni 1335 urkundlich erwähnt, als Graf Heinrich von Schwerin die Knappen Busseke und Johan Wulf mit einer Hufe in "Boytef" belehnten. Grundherren sind die von Dannenberg in Lüchow und die von Plato in Grabow. Anno 1338, den 01.02. verkauft Wulf für 24 Mark Lüneburger Währung die Mühle zu Beutow, ausgenommen die Pacht von jährlich von 4 Wispel Roggen, ein Scheffel Weizen (1 Wispel = 18 Zentner; 1 Scheffel = 1 Zentner).

Anno 1380, den 12.02., verkauft Heinrich von Dannenberg, auch von Medingen genannt, dem Priester Johann Nybur, Dekan des Kaland zu Lüchow, für 56 Mark Lüneburger Pfennige einen Hof mit der dazugehörigen Hufe in dem Dorfe Beutow mit den Leuten, die darauf sitzen.

Im August 1629 wurde ein Galgen auf dem Heidberg bei Grabow erbaut. Das Holz wurde von den Schulzen aus Beutow aus dem Rott zum Heidberg gefahren. Alle Müller aus dem "Plater Werder" machten die Zimmerarbeiten. Nach einem solchem Akte wurden den Zimmerleuten 2 Tonnen und den Schulzen 1 Tonne Bier gegeben, welche sie zu Grabow austranken. Im selben Monat wurde der inhaftierte Dieb Mathias Maneike aus Beutow auf dem Heidberg bei Grabow vom Scharfrichter aus Salzwedel gehängt.

Um 1630 verweigerten die Leute aus verschiedenen Dörfern, unter anderem auch Beutow, die bisherigen Dienste und Abgaben. In ihrer Klage beim Herzog wurde gegen sie entschieden. Sie forderten Revision. Die Anführer wurden zu Celle im festen Schloss ins Gefängnis geworfen, darin 8 Tage bei Wasser und Brot gehalten und zu zweihundert Taler, wovon sie hundert Taler entrichteten und hundert Taler in Nachstand blieben, verurteilt.

Aus dem Rezess vom 16. Mai 1696 über die wöchentliche Hofdienste der Bauern bei den von Platen:
Die geamten platischen Leute in dem sogenannten "Plater Werder", zu dem auch Beutow gehörte, sollen für jegliche Hufe (Normal Hof) wöchentlich 6 Tage dienen und Bauermannsarbeit verrichten, daneben sind die gebräuchlichen Halsgerichtskosten zu entrichten. Wöchentlich 2 Tage mit dem vollen Gespann dienen, jedoch das Haken ausgenommen. Solcher Gestalt, dass wenn die Herren von Platen einen Wagen mit vier Pferden verlangen, sollen zwei halbe Höfners jedes Mal zusammen spannen. Verlangen die Herren einen Spanntag zum Haken, soll ein jeder Halbhufner mit zwei Ochsen einen Haken ausmachen. Die Dauer eines Arbeitstages im Sommer von morgens sechs Uhr bis nachmittags sechs Uhr.

Für eine monatliche Kontributionszahlung, die als Steuer für die Finanzierung des Kriegswesens bereits im 30-jährigen Krieg eingeführt wurde und nach Land und Viehzahl errechnet wurde, mussten die Beutower Höfe im Jahre 1705 einen Betrag von neun Taler und acht guten Groschen aufbringen.

Am 31. Mai 1727 ist Elisabeth Margarethe Jahnken gebürtig aus Beutow wegen Kindermordes mit dem Schwert auf dem Grabower Heidberg exekutiert worden. Sie bezeugte für Ihre Übeltat eine herzliche Reue und bewies sich standhaft. So berichtete ihr begleitender Pastor. Ihr toter Körper ist auf dem Grabower Kirchhof an der Südseite nahe der Mauer eingescharrt worden.

Um 1720 befanden sich in Beutow ein Vollhof, 10 Halbhöfe und vier Kossäter (Kleinbauern).
1888 vernichtete ein Großbrand drei Hofstellen an der Nordseite des Rundlings.

Beutow hat seine Rundlingsform bis heute erhalten. An den beiden Zufahrtsstrassen sind vor 1900 vier Aussiedlerhöfe entstanden und nach 1945 5 Einfamilienhäuser.

Im Rundling sind sechs giebelständige Häuser erhalten, von denen noch drei die Vierständerkonstruktion im Fachwerk zeigen. Zwei giebelständige Gebäude im Lehmfachwerk und ein kleines Hallenhaus stehen am Dorfeingang, ein Vierständerhaus und ein Hof-Ensemble im Rundling sind als Kulturdenkmäler eingestuft.

Die Gemarkung Beutow besteht aus 146 ha Ackerland, 71 ha Wiesen und Weiden und 32 ha Wald sowie 8 ha Hof- und Gebäudeflächen. Durch ihre Größe konnte sie zu Jagdzwecken verpachtet werden. Seit nunmehr 40 Jahren ist die Jagd von Dr. Heinz Meyer bzw. Prof. Gerd-Jürgen Meyer gepachtet. Noch 1930 wurden in Beutow zwei Vollhöfe, 10 Halbhöfe und 4 Viertelhöfe bewirtschaftet. Bis 1980 ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 16 auf 11 zurück, es blieben zwei Hauptbewerbsbetriebe und 9 Nebenerwerbsbetriebe. Heute sind es nur noch Nebenerwerbsbetriebe.

Die Beutower Mühle wurde vom 14. Jahrhundert ununterbrochen bis 1977 als Kornmühle betrieben. Heute ist auf dem Gelände eine Bäckerei ansässig, die einen Teil des Landkreises und einen Teil der umliegenden neuen Bundesländer versorgt.

Bis zur Auflösung des Schulzweckverbandes 1972 besuchten die Kinder des Dorfes die zuerst einklassige und später zweiklassige Schule in Grabow. Der 2 km lange Schulweg führte durch das Rott. Die weiterführenden Schulen befinden sich in Lüchow und bis 1945 sogar in Salzwedel.

Seit den 30er Jahren bis 1975 bestand eine Ortsfeuerwehr mit eigenem Spritzenhaus. Die erste Uniform wurde von der Firma Bohlmann aus Lüchow geliefert. Um nicht immer von den umliegenden Wehren abhängig zu sein, wurde 1950 nach einem Brand eine eigene Tragkraftspritze angeschafft.

Die Eigenständigkeit als Gemeinde bestand bis zur Gebietsreform am 01. Juli 1972. Bürgermeister seit 1935 waren: Fritz Grebien, Karl Otte, Arthur Schulz und Hermann Winterhoff.


Literatur

"Chronik des Dorfes Beutow"
   Autor: Wolfgang Streit
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